EN ISO 21240:2020

Schutzhandschuhe – Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren


Die Norm EN ISO 21420:2020 bildet die Grundlage für alle Schutzhandschuhe, die auf dem europäischen Markt mit CE-Kennzeichnung angeboten werden. Sie definiert allgemeine Anforderungen und Prüfmethoden, die für alle Handschuhkategorien und Risikostufen gelten. Dazu gehören Spezifikationen zu Handschuhkonstruktion, Material-sicherheit, Tragekomfort, Fingerfertigkeit, Größenangaben sowie Informationen, die jedem Produkt beiliegen. Diese Anforderungen gewährleisten, dass die Handschuhe sicher zu tragen sind, für den vorgesehenen Gebrauch geeignet sind und klar gekennzeichnet sind, um die Vorschriften branchenübergreifend einzuhalten.

Wichtige Bereiche der Norm umfassen:


  • Design und Konstruktion

Die Handschuhe müssen so gefertigt sein, dass sie den vorgesehenen Schutz bieten.

Sie sollen sich leicht an- und ausziehen lassen.

Nähte, Kanten und verwendete Materialien dürfen den Träger beim Tragen nicht gefährden.

  • Material-Sicherheit und Unbedenklichkeit

Der pH-Wert der Handschuhe muss zwischen 3,5 und 9,5 liegen.

Der Gehalt an sechswertigem Chrom in Lederhandschuhen darf 3 mg/kg nicht überschreiten.

Der DMFa-Gehalt (Dimethylformamid) in Polyurethan-(PU)-Handschuhen muss unter 1000 mg/kg liegen.

Auf Anfrage muss eine Liste bekannter Allergene verfügbar sein.

  • Fingerfertigkeit und Tragekomfort

Je nach erforderlichem Schutzgrad müssen die Handschuhe eine maximale Beweglichkeit der Finger ermöglichen.

Komfort und Atmungsaktivität sollten ein langes Tragen ermöglichen.

  • Haltbarkeit und Waschbarkeit

Wenn auf den Handschuhen Waschsymbole angegeben sind, wurden die entsprechenden Eigenschaften vor und nach der maximal empfohlenen Anzahl von Waschzyklen gemäß den Waschhinweisen anhand geltender Normen geprüft.

  • Elektrostatische Eigenschaften

Werden diese Eigenschaften angegeben, müssen die Handschuhe nach der Norm EN 16350:2014 geprüft werden, um eine sichere Ableitung statischer Elektrizität zu gewährleisten.

  • Größe und Passform

Die Handschuhe müssen in standardisierten Größen erhältlich sein und eine natürliche Handbewegung ermöglichen.

  • Kennzeichnung und Etikettierung

Jeder Handschuh muss mit der CE-Kennzeichnung, der entsprechenden Norm und der Herstelleridentifikation versehen sein.

Bei Produkten der Kategorie III muss hinter der CE-Kennzeichnung ein vierstelliger Code der benannten Stelle angegeben sein (z. B. CE 0123).

  • Gebrauchsinformationen

Verpackung und Dokumentation müssen Anweisungen, Einschränkungen und Pflegehinweise enthalten.
Diese Anforderungen werden durch standardisierte Prüfmethoden in akkreditierten Laboren überprüft. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für die CE-Zertifizierung gemäß EU-Verordnung 2016/425 über persönliche Schutzausrüstung und garantieren eine sichere und normgerechte Nutzung der Handschuhe in allen Risikokategorien.

Warum ist die Norm EN ISO 21420:2020 wichtig?

Diese Norm stellt sicher, dass alle Schutzhandschuhe, unabhängig von der Art des Schutzes vor Risiken, einen einheitlichen grundlegenden Sicherheits- und Gebrauchsstandard erfüllen. Das ermöglicht:

  • Zuverlässigen Produktvergleich über Marken und Modelle hinweg

  • Auswahl sicherer Materialien für den langfristigen Hautkontakt

  • Präzise Entscheidung bei Größe und Passform für effizienten Einsatz

  • Vertrauenswürdige Kennzeichnung, die die Auswahl erleichtert und die Regelkonformität sichert

  • Klar definierte Zertifizierungsprozesse für die CE-Kennzeichnung gemäß Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstung

Egal, ob die Handschuhe zum Schutz vor Schnittverletzungen, für den Umgang mit Chemikalien, thermischen Schutz oder Kälteschutz gedacht sind – die Norm EN ISO 21420:2020 gewährleistet, dass das Produkt grundlegende Sicherheits- und Leistungsanforderungen erfüllt.