Norm EN 388:2016 + A1:2018

Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken


Die Norm EN 388:2016 + A1:2018 ist eine europäische Richtlinie zur Bewertung von Schutzhandschuhen im Hinblick auf mechanische Gefahren wie Abrieb, Schnitt, Weiterreißen, Durchstich und Stoß. Sie bietet ein übersichtliches Bewertungssystem, das die Auswahl von Handschuhen mit dem passenden Schutzniveau für spezifische Gefahren am Arbeitsplatz erleichtert.

Die Norm wird durch ein Piktogramm mit einem Hammer symbolisiert, unter dem eine Reihe von Zahlen und Buchstaben die Schutzklasse in fünf Schlüsselbereichen angeben:

  • Abriebfestigkeit (Schutzstufe 0–4)

Die Anzahl der Zyklen, die benötigt werden, um mit Schleifpapier unter konstantem Druck und Bewegung ein Loch in einem kreisförmigen Materialmuster des Handschuhs zu erzeugen. Die höchste Schutzstufe ist 4, was 8.000 oder mehr Zyklen entspricht.

  • Schnittfestigkeit (Coup-Test) (Schutzstufe 0–5)

Hier wird die Anzahl der Umdrehungen einer rotierenden Kreissäge gemessen, die erforderlich sind, um den Handschuh zu durchtrennen. Das Ergebnis wird mit einem Referenzmaterial verglichen, um einen Index zu erhalten. Die höchste Schutzstufe ist 5, entsprechend einem Index von 20.

  • Weiterreißfestigkeit (Schutzstufe 0–4)

Die Kraft, die benötigt wird, um einen Riss in einem rechteckigen Handschuhmuster mit einem Anfangsschnitt zu vergrößern.

  • Durchstichfestigkeit (Schutzstufe 0–4)

Messung der Kraft, die erforderlich ist, um mit einer genormten Spitze bei konstanter Geschwindigkeit (10 cm/min) ein Loch im Handschuh zu verursachen.

  • Schnittfestigkeit (TDM-Test) (Schutzstufe A-F)

Die in Newton (N) gemessene Kraft, die nötig ist, um eine Probe mit einer rechteckigen Klinge in einem festgelegten Prüfgerät, z. B. einem Tomodynamometer (TDM), zu durchtrennen. Dieser Test ist optional und wird durchgeführt, wenn die Klinge im Coup-Test nicht abstumpft; in diesem Fall dient er als Referenz für die Schnittfestigkeit.

Schutzstufen in Newton:

A = 2

B = 5

C = 10

D = 15

E = 22

F = 30

  • Stoßdämpfung (optional) (Schutzstufe P oder ohne Kennzeichnung)

Der Stoßdämpfungstest wird nach der Norm EN 13594:2015 für Schutzhandschuhe von Motorradfahrern durchgeführt. Getestet wird der Schutzbereich, jedoch kann aufgrund der begrenzten Fläche nicht der Bereich um die Finger geprüft werden. Der Stoß hat eine Energie von 5 J, und die übertragene Kraft muss der höchsten Stufe entsprechen, hier Stufe 1, mit einem Einzelwert ≤ 9,0 kN und einem Mittelwert ≤ 7,0 kN.
"P" zeigt an, dass der Test erfolgreich bestanden wurde.


Häufig gestellte Fragen


  • Wie liest man die Kennzeichnung von normgerechten Handschuhen?


Der Code EN 388:2016+A1:2018 (2542D im Piktogramm) steht für die Schutzstufen in fünf Bereichen:

  • Abriebfestigkeit = Wert 2 (max. 4)

  • Schnittfestigkeit (Coup-Test) = Wert 5 (max. 5)

  • Weiterreißfestigkeit = Wert 4 (max. 4)

  • Durchstichfestigkeit = Wert 2 (max. 4)

  • Schnittfestigkeit (TDM-Test) = Wert D (max. F)


Jeder Buchstabe oder jede Zahl entspricht einem konkreten Testergebnis.

  • Was bedeutet der Buchstabe "X" in der Normklassifizierung?

Der Buchstabe "X" zeigt an, dass der Test nicht durchgeführt wurde oder das Ergebnis nicht gültig ist. Wenn beispielsweise der Coup-Test wegen Abstumpfung der Klinge unzuverlässig ist, wird "X" vergeben und stattdessen das Ergebnis des TDM-Tests verwendet.

  • Worin besteht der Unterschied zwischen Coup-Test und TDM-Test?

Beim Coup-Test wird eine rotierende Klinge zur Messung der Schnittfestigkeit verwendet, während beim TDM-Test eine gerade Klinge zum Einsatz kommt und die Kraft zum Durchtrennen des Handschuhs gemessen wird. Bei leistungsstarken Materialien ist der TDM-Test präziser.

  • Wie hoch ist die höchste Schutzstufe gegen Schnitt nach der Norm?

Die höchste Schutzstufe im TDM-Test ist F, was bedeutet, dass der Handschuh Kräften von 30 Newton und mehr standhält.